Von Ottmar Heiler
Einen stressigen Tag erlebten die zahlreichen Kampfrichter und Helfer des TB Löffingen sowie die betroffenen Trainer und Betreuer aus den 19 teilnehmenden Vereinen. Über 8 Stunden lang ohne Pause wurden Zeiten gestoppt, Stöße und Sprünge an der Sandgrube oder am Hochsprungkissen gemessen. Über 900 Einzelstarts der 6- bis 13-jährigen Schülerinnen und Schüler verlangten von den Organisatoren vollen Einsatz und gewährten ihnen keine Pause. Mittels elektronischer Zeitmessung wurden die Sieger und Platzierten in den Läufen ermittelt. Das hundertfache Bücken beim Messen der Weitsprünge wird sicher den eingesetzten Kampfrichtern noch einige Nachwehen bringen. Mittels moderner Datenverarbeitung wurden Ergebnisse verarbeitet, Listen erstellt und danach Urkunden für alle Teilnehmer geschrieben.
Motivierung durch die Trainer waren an diesem Tag eher überflüssig. Große und starke Konkurrenz, das Spalier der vielen Zuschauer am Rande und dazu noch einstimmende Musik sorgten für die nötige Stimulation. Bei der Siegerehrung steigerte sich noch einmal die angeheizte Stimmung. Was weiter positiv auffiel: Viele Väter und Mütter hatten sich an diesem Tag für ihre Zöglinge ausreichend Zeit genommen und betreuten sie in den Situationen den Gewinnens und Verlierens.
Bereits seit 27 Jahren tragen die Löffinger Leichtathleten dieses Hallensportfest aus. Ende Januar findet jeweils die Veranstaltung für die älteren Klassen und für die Aktiven statt. Ebenfalls wurden öfters auch Wettbewerbe im Stabhochsprung durchgeführt. Da im Süden des Verbandgebiets keine Anlage existiert, in der mit Spikes an den Sprunganlagen und in der Laufbahn Wettkämpfe durchgeführt werden können, ist der Zulauf zur Löffinger Arena Jahr für Jahr beachtlich. In der Vergangenheit wurden Hallenrekorde mit bemerkenswertem Niveau erzielt. Viele Spitzenathleten aus der Region nahmen am Anfang ihrer Karriere in Löffingen teil. Petra Lammert aus Freudenstadt hält seit 2000 / 2001 noch 2 Rekorde im Kugelstoßen der Mädchen. Sie wurde am letzten Wochenende in Turin Halleneuropameisterin im Kugelstoßen. Die Brüder Carsten und Thorsten Schulz aus Furtwangen, Annabella Scherer von der LG Hohenfels oder Seniorenweltmeister Rainer Wenk aus Wehr stehen beispielsweise in der Rekordliste.
In den nächsten Tagen fällt in Löffingen die Entscheidung, ob die Halle, die aus einem nicht fertiggestellten Schwimmbad Anfang der Achtziger Jahre provisorisch umgebaut wurde, abgerissen wird und einer modernen Dreifachturnhalle weichen wird. Im Untergeschoss bietet sich dann für die Leichtathleten die Möglichkeit, eine neue Trainings- und Wettkampfanlage einzurichten, die sogar längere Laufbahnen sowie gleich 2 Weitsprunggruben vorsieht. Zusammen mit den bestehenden Hallenräumen bietet sich dann die Chance, die Tradition der überall geschätzten Sportfeste aufrecht zu erhalten. Neue und moderne Wettkampfformen aus dem spielerischen Bereich der Kinderleichtathletik könnten dann zusätzlich integriert werden. Auch für Training und Lehrgänge erhoffen sich die Leichtathleten neue Impulse.